Kuhrios
Kuhrios
Die Kuh – ein Urviech. Laut Schöpfungsbericht lange vor den Menschen auf der Welt, als Urmutter kultisch verehrt, ja heilig. Lila gefärbt spielt sie heute viele Rollen: als Star der Tourismus-Werbung und der Milch-Industrie, als Heldin der Pop-Kultur, als Trägerin eines Charakterkopfes von kuhäugiger Schönheit. Majestätisch, träge, duldsam, sozial, aber auch gewaltig, ein Lauftier, das freie Fläche braucht - und dort zu viel Methangas rülpst. Inzwischen eingesperrt, verkabelt und degradiert zur Milchmaschine. Wo bleibt die Poesie der Kuh, der Traum von einer warmen, freundlichen Welt, in der sich niemand beweisen muss? Nietzsche hatte recht, findet die Malerin und Zeichnerin Petra Herrmann: Alle guten Dinge haben etwas Lässiges und liegen wie Kühe auf der Wiese.